17. September 2018
Wahlprüfsteine Potsdamer Taxiverband e.V.

Das Taxigewerbe schließt die Lücke zwischen den Linienverkehren und dem motorisierten Individualverkehr.

(1) Welchen Stellenwert lassen Sie in Ihrer zukünftigen politischen Arbeit dem Taxigewerbe zukommen, insbesondere in Bezug auf die verkehrspolitische Gesamtveränderung der Stadt Potsdam?

Das Taxigewerbe ist für mich ein wichtiger Bestandteil des ÖPNV-Angebots. Es schließt insbesondere die Lücke zwischen den Linienverkehren per Bus und Bahn und dem motorisierten Individualverkehr. Beim weiteren Ausbau des ÖPNV-Angebots in Potsdam sehe ich insbesondere Potenziale bei der flexiblen Anbindung der ländlichen Ortsteile der Landeshauptstadt sowie beim Verkehr in Randzeiten. Hier kann die hohe Flexibilität und Variabilität des Taxi-Angebots ein wichtiger Baustein zur Verbesserung des Mobilitätsangebots für die Potsdamerinnen und Potsdamer sein.

(2) Planen Sie den Ausbau der ÖPNV mit oder ohne Einbeziehung des Taxigewerbes?

Wie bereits oben ausgeführt ist das Taxigewerbe ein unverzichtbarer Bestandteil eines funktionierenden ÖPNV-Angebots in Potsdam. Das gilt natürlich auch für dessen Ausbau. Die Möglichkeiten von Taxi-Angeboten sollten verstärkt dort zum Tragen kommen, wo der Einsatz größerer Fahrzeuge nicht sinnvoll oder nicht wirtschaftlich ist. Es kann für flexible Mobilitätsangebote und Taktverdichtungen in den ländlichen Ortsteilen und für verkehrsarme Zeiten verstärkt genutzt werden, um den Potsdamerinnen und Potsdamern auch in solchen Situationen bessere Mobilität unabhängig vom eigenen Auto zu ermöglichen.

(3) Was tun Sie für die generelle Umlaufgeschwindigkeit, diese ist mit Konsequenzen für die Behörde hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und Existenzsicherheit der Taxibetriebe verbunden.

Potsdams Verkehrssituation ist, bedingt durch die Insellage und die hohe Verkehrsbelastung insbesondere der Innenstadt, nicht einfach. Ich trete für eine intelligente Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger ein und bin überzeugt, dass sich der Anteil des Individualverkehrs durch ein attraktives ÖPNV-Angebot reduzieren lässt. Taxen sind für mich ein Bestandteil eines solchen attraktiven ÖPNV-Angebots. Das schließt für mich ein, dass sie die Vorrangrechte des ÖPNV, wo immer möglich, nutzen können. Dazu zählt z.B. die Nutzung der Busspuren und der befahrbaren TRAM-Gleisabschnitte für Taxen sowie Ausnahmeregelungen für Durchfahrtsbeschränkungen. Hier werde ich mit den beteiligten Akteuren zügig prüfen, welche Verbesserungen möglich sind. Bei Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung für Potsdams Verkehrssituation werde ich Vertreter*innen des Taxigewerbes vorab in die Entscheidungsfindung einbeziehen.

(4) Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Zukunft des Taxigewerbes um der auch uns betreffenden Altersstruktur entgegen zu wirken: Attraktivität; Förderungsmaßnahmen; Einbeziehung IHK

Der demografische Wandel trifft uns in vielen Bereichen. Die Möglichkeiten, als Stadt gezielt Einfluss auf einzelne Branchen zu nehmen, sind äußerst begrenzt. Hier will ich keine falschen Erwartungen wecken. Als Stadt können wir nur versuchen, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, indem wir das Taxigewerbe als wesentlichen Bestandteil in das städtische Mobilitätskonzept integrieren und Mitwirkung an allen das Gewerbe betreffenden Entscheidungen ermöglichen. Für eine speziell auf das Taxigewerbe ausgerichtete städtische Förderung sehe ich keine realistische Möglichkeit. Das schließt natürlich keineswegs aus, dass ich für konkrete Projekte - auch in Kooperation mit der IHK oder anderen Partnern stets gesprächsbereit sein werde.

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